Einführung
Arbeiten, Prüfungsvorbereitung, Klettern, Essen, Schlafen. Mein Lebensinhalt ist wesentlich reichhaltiger als das klassische Motto der Benediktiner: „ora et labora“ (Arbeiten und Beten). Aber auch ich bin auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den täglichen Verpflichtungen und mehr oder weniger aktiver Entspannung.
Diese als auch die kommende Woche wird der Blog, trotz dem Eintreten in den zweiten übergeordneten Themenblock, eher kurz und knackig ausfallen, da ich mich momentan in einem gestreckten Galopp auf meine Semesterprüfungen zubewege, welche in der nächsten Woche über die Bühne gehen werden.
Aber keine Sorge: Die theoretischen Grundlagen, welche ich normalerweise in der ersten Folge des neuen Monats einführe, werde ich folglich in zwei Wochen nachholen und bereits mit einigen praktischen Erkenntnissen integrieren können.
Nun folgt eine kurze Standortbestimmung im grösseren Rahmen des Projektes, um zu kurz zurück, als auch nach vorne zu blicken.

Standortbestimmung und Update
Bereits ein Viertel des Kopfsprung-Jahres ist vorbei. Drei Themen durfte ich bereits bearbeiten, neun weitere werden in den kommenden neun Monaten folgen.
Heute verlassen wir den Themenblock der Sucht und des Verzichts.
Bis anhin stand das Unterfangen im Vordergrund, alte und lieb gewonnene, aber potenziell schädliche Gewohnheiten zu reflektieren und ihnen dezidiert den Kampf anzusagen.
So habe ich vor drei Monaten mit dem Rauchen aufgehört, vor zwei Monaten eine „nüchterne Phase“ in meinem Leben eingeläutet und mich im letzten Monat mit meiner Ernährung auseinanderzusetzen versucht.
Nun soll der Fokus von dieser „defizitorientierten“ Sicht in eine wachstumsorientierte Perspektive umgewandelt werden, um die Zukunft wirkungsvoll gestalten und mit der Sonne im Herzen beschreiten zu können.
Diese Reise startet mit einem ersten Schritt, in welchem ich versuchen werde, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.

Monat Nr. 4: Minimalismus
Wir leben in einer Zeit des Exzesses. Einer Zeit der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. In einer bewegten Zeit. In einer schnelllebigen Zeit. In einer Zeit, in welcher gerne Neues gekauft und weniger gerne Altes repariert wird. In einer Zeit des Konsums. In einer Zeit, in welcher mehr häufig mit besser verwechselt wird.
Und ich bin keine Ausnahme von der Regel: Kopfsprung.blog – Mach mehr aus Deinem Leben!
Der Leitspruch ist weiterhin nicht angepasst. Eine Pendenz auf einer langen Liste.
In diesem Monat wird es darum gehen, dass weniger manchmal auch mehr sein kann.
Darum, dass ich nicht möglichst viele Dinge, sondern die richtigen Dinge besitzen möchte.
Dazu muss ich mich aber auch damit befassen, welche Besitztümer mein Leben bereichern und was einfach nur „clutter“ (Gerümpel) ist.
An dieser Stelle möchte ich dazu aufrufen, einen Film anzusehen. Er ist von Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus. Dieses Werk zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise auf, wie gelebter Minimalismus aussehen kann.
Die beiden Männer, welche den oben genannten Film produziert haben, sind seit einigen Jahren eine grosse Inspiration für mich. Allerdings haben sie nie einen wirklich zentralen Stellenwert in meinem Leben eingenommen, sondern es immer wieder auf eine sehr einfache, wie eingängige Art und Weise bereichert. So spielte ich beispielsweise 2016 das erste mal ihr „Minimalismus-Spiel“, worauf wir auch gleich noch einmal zurückkommen werden.
Ich schreibe hier schon zum wiederholten Mal von Minimalismus. Doch was ist das überhaupt? – Der erste Kontakt dazu erhielt ich bereits ziemlich früh. In meiner Kindheit sprach meine Mutter häufig davon, dass sich Menschen „minimalistisch“ verhalten. Dieser Term war durchaus normativ geprägt und zwar in keinster Weise positiv. Minimalismus war für mich zu dieser Zeit ein Synonym für Faulheit und Desinteresse.
Heute sehe ich das Ganze etwas anders. Minimalismus ist weniger eine Eigenschaft, welche ich einer Person zuschreiben würde, sondern eher eine Lebenseinstellung, welche sich auf praktisch alle Bereiche der menschlichen Existenz beziehen kann.
Auf ihrer Website „theminimalists.com“ definieren Joshua und Ryan Minimalismus wie folgt:

„Minimalismus ist eine Lebenseinstellung, die es dem Menschen ermöglichen soll, zu hinterfragen, welche Dinge sein oder ihr Leben bereichern. Indem wir den Krempel aus unserem Leben streichen, können wir Platz für das schaffen, was uns wirklich wichtig ist: Gesundheit, Beziehungen, Leidenschaft, Wachstum und den Beitrag zu einem grösseren Ganzen.“ (Frei übersetzt von B. Erb; Quelle)

Für den Moment möchte ich jedoch vorwiegend auf die materielle Komponente eingehen. Dazu haben Joshua und Ryan ein Spiel lanciert, welches ich nun ein zweites Mal in Angriff nehmen werde. Die beiden schlagen vor, dass man sich mit jemandem zusammentut, um die Herausforderung anzunehmen (dem Accountability-Buddy-System nicht unähnlich 😉 ). Dies habe ich leider nicht aufgleisen können bisher. Daher der Aufruf an dich; Hast du Lust, das Spiel mit mir zu spielen, dann fühl dich frei und teile Deine Erfahrungen mit mir!
Abgesehen von dieser sozialen Herausforderung sind die Regeln denkbar einfach. Am ersten Tag bestimmt man einen Gegenstand, den man weggeben wird. Am zweiten Tag sind es dann zwei, am dritten drei und so weiter. Ich werde versuchen, bis Tag 31 durchzuhalten.
Da ich diese Herausforderung bereits am Sonntag starten wollte, und dies dann doch nicht gemacht habe, werde ich heute damit beginnen, die zehn Dinge, welche in den letzten vier Tagen fällig geworden sind zu bestimmen und mich dann von ihnen verabschieden.
Ich freue mich darauf, mein Zimmer einmal mehr richtig auszumisten!

Abschluss
Doch welche weiteren Facetten lassen sich im Minimalismus finden? Darauf und auf viele weitere Fragen werden wir in den nächsten vier Wochen noch vertiefter eingehen.