Intro:
Der letzte Monat war einer des befreienden Aufatmens. Der stillen Bewegung. Des aufbrechenden Ankommens.

Was ist aus den bisherigen „Challenges“ geworden?
Wie haben sich die bisherigen Veränderungen, welche ich in mein Leben implementiert habe, auf meine Lebensführung ausgewirkt? – Ich konnte bis anhin rauchfrei bleiben, habe einige „Reminder“ für die Nüchternheit in Bezug auf den Alkoholkonsum erleben dürfen und geniesse den Luxus, dass ich mich jeden Tag aufs neue dafür entscheiden darf. Bezüglich der Ernährung haben sich rückläufige Veränderungen gezeigt. Ich koche leider nicht mehr so regelmässig für mich, wie ich mir das wünsche. Allerdings ist dies sicherlich unter anderem darauf zurückzuführen, dass ich viel unterwegs bin. Hierauf möchte ich weiterhin ein Augenmerk legen. Nichtsdestotrotz ernähre ich mich wieder vegetarisch und versuche den Anteil tierischer Produkte in meiner Ernährung auch in Zukunft so gering wie möglich zu halten. Der Gedanke des Minimalismus begleitet mich fortwährend. Hier stehe ich jedoch weiterhin vor der Herausforderung, die letzten Dinge weiterzugeben, welche den Weg aus meinem Leben gefunden haben.

Was habe ich im Pausenmonat gemacht?
Kurz: Es handelte sich um eine spannende und intensive Zeit. Von atemberaubenden Wanderungen; über waghalsige Klettertouren, viel Zeit an der frischen, aber heissen Luft und viele Stunden des warmen, bereichernden Austausches mit Mitmenschen, wie auch tiefen Momenten der Introspektion, bis hin zu Phasen des „Ausgelaugt-und-Niedergeschlagen-seins“, des ewigen Ausschlafens und unzufriedenen „Vom-Bett-zum-Kühlschrank-pilgerns „.
Man könnte sagen, ein Monat des prallen Lebens.
Die Zeit konnte für so Vieles genutzt werden, das in den vorhergehenden Monaten, wenn nicht sogar Jahren zu kurz gekommen ist. Klar „lebte“ ich das Motto des zweiten Themenblocks der Produktivität auf meine Weise. Allerdings veränderte sich mein Verständnis dieses Konzepts seit Anfang dieses Jahres grundlegend: Im Januar verstand ich darunter das möglichst schnelle und effiziente Abarbeiten möglichst vieler Aufgaben. Qualität spielte diesbezüglich zwar ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle, ging jedoch wiederholt verloren, da mein Augenmerk vornehmlich auf die Quantität des Arbeitsvolumens gerichtet war.
Genau dieser Aspekt hat sich verändert. Ich würde zu behaupten wagen, dass ich seit Beginn der Reise, von welcher Kopfsprung.blog einen grossen Teil darstellt, meinen Fokus vermehrt auf die Verarbeitungstiefe meiner Lernprozesse und das selbständige und möglichst vollständige Durchdenken der Sachverhalte, mit welchen ich mich befasse, lege.
So veränderte sich auch meine Arbeitsmoral.
In der Sonne liegen, in der Aare schwimmen, alte Freundschaften pflegen. Dies sind Items, welche Anfang des Jahres wohl kaum auf meiner To-Do-Liste gelandet wären, aber diesen Sommer einen Teil meiner Zeit in Anspruch nehmen durften, da es genau diese Tätigkeiten sind, die in meinem neuen und erweiterten Verständnis von Produktivität durchaus ihren Beitrag zur Erreichung eines Ziels leisten können, das weit grösser ist als das einfache Abhaken von Einträgen einer To-Do-Liste und wohl über den einzelnen Einträgen dick und doppelt unterstrichen zu vermerken ist:

Seinem Wohlbefinden Sorge tragen.

Das Anstreben einer gesunden Selbstfürsorge ist sicherlich nicht die einzige, aber die vielleicht wichtigste Lektion, welche ich in diesem so wundervoll chaotisch-produktiv-vielfältigen Monat anreissen durfte. Auf diesem Wege konnte ich viele Eindrücke sammeln, mich selbst ohne Druck und mit viel „Gwunder“ beobachten und teilweise auch über mich und meine Eigenheiten schmunzeln. Nichts musste, aber sehr viel ist passiert.
Man könnte es auch wie folgt zusammenfassen: Ich war so sehr damit beschäftigt zu leben, sodass mein Pflichtgefühl zeitweise in den Hintergrund gerückt ist. Ich stelle aber auch fest, dass die Entwicklungen eine Kehrseite haben. Es ist Mittwoch, 31. Juli 2019 19:59 und ich korrigiere diese Zeilen. In einer Minute soll der neue Blog-Beitrag und die dazugehörige Podcast-Folge online gehen. Ich habe mir durch das viele Leben viel weniger Gedanken über den strukturierten Teil meines Lebens gemacht, wie beispielsweise auch das, was ich mit diesem Projekt weiter planen und angehen möchte. Nun schüttle ich mir etwas aus dem Ärmel und hoffe das Beste. – Sehr untypisch für mich, aber auch diese Unsicherheit und Unklarheit kann ich momentan überraschend gut annehmen.
Ich bin selbst sehr gespannt, wie sich dieser letzte Monat zur „Produktivität“ gestalten wird.

Produktivität und Wachstum?
Da die Inhalte dieser Webseite doch ziemlich persönlich sind, möchte ich, dass sie mir entsprechen. Und so möchte ich eine Anpassung des Konzepts der Produktivität, wie oben beschrieben vornehmen. Neu soll dieser Block nicht spezifische Techniken zur Steigerung der Produktivität im engeren Sinne beinhalten. Vielmehr möchte ich im kommenden Monat einige Werke und Denkansätze vorstellen, die mir in der Vergangenheit begegnet sind und der Gegenwart begegnen. Diese Ideen haben mein Leben beeinflusst und dies ist der Grund, weshalb ich versuche sie in den kommenden drei Wochen zusammenzutragen. Aber dies ist lediglich ein erster Schritt auf einem weit komplexeren Weg. Nach der Anhäufung dieses Wissens möchte ich ferner versuchen, die Ideen und Gedanken, soweit sinnvoll und nützlich zu integrieren und zu einem grösseren Ganzen zusammenzufügen.
Als Nächstes werden wir darauf eingehen, wie dieses Vorhaben konkret umgesetzt werden soll.

Was wird der kommende Monat bringen?
Dieser Monat wird vielleicht etwas ähnlich wie der letzte: Er könnte etwas ungeordneter werden, als die bisherigen Teilabschnitte des Projekts Kopfprung.blog.
Dieser Monat ist der erste, welcher keine konkrete „Challenge“ beinhaltet, also wird es weniger tagebuchartige Einträge geben. Stattdessen soll der Fokus auf alltagsbezogener Theorie und Anregungen ruhen, welche das Potenzial besitzen, den persönlichen Horizont zu weiten, wie auch die Welt etwas bunter wahrzunehmen und sie vielleicht gar stellenweise im positiven Sinne etwas auf den Kopf zu stellen.
Es ist mir in der Zwischenzeit schlicht und einfach zu langweilig geworden, stumpf „Produktivitätsstrategien“ vorzubeten. Ich sehe mich momentan mit der Aufgabe überfordert, mich diesem Thema in einer Weise anzunähern, welche meinen Tendenzen zum Leistungswahn nicht in die Hände spielt. Deshalb versuche ich es aus einer Metaperspektive zu betrachten. So denke ich, wird es auch möglich sein, bereits einen ersten Fuss in den dritten Themenbereich der „Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung“, der im nächsten Monat beginnen wird, zu setzen.
Darauf freue ich mich sehr und wünsche auch dir viel Vergnügen damit. Der Kopfsprung hat ins Wasser geführt. Lass uns gemeinsam abtauchen!