Einführung
Vor vier Wochen haben wir die gemeinsame Arbeit im Themenkomplex der Produktivität wieder aufgenommen.
Diese Folge ist die letzte, welche in diesem übergeordneten Themenblock angesiedelt werden kann.
Im Anschluss werden wir uns weiter in die Abstraktion vorwagen und wichtige Themen der Persönlichkeitsentwicklung und der Selbstentfaltung näher unter die Lupe nehmen.
Vorerst gilt es jedoch einmal mehr innezuhalten, Schritte der Integration vorzunehmen und zu betrachten, wie die Inhalte des letzten Monats in einem grösseren Kontext zusammengefügt werden können.
Daher wird diese Folge des Podcasts verhältnismässig dicht ausfallen.
Der Fokus liegt dabei weniger auf Tiefe, sondern vielmehr auf dem Erkennen des grösseren Gesamtbildes.
Bereits in der letzten Ausgabe des Formats wurden erste Schritte in diese Richtung getätigt.
Damals versuchten wir die Stoa mit relevanten Ideen der Psychologie und Ökonomie zusammenzufügen.
Die Ausführungen dieser Art zum nomologischen Netz, welches sich langsam durch dieses Zusammenführen unterschiedlicher Denkschulen formt, werden
heute erweitert und weiter verdichtet werden.
Immer mehr fliessen neben den Inhalten, welche ich aus meiner Umwelt in Form von Büchern und anderen Ressourcen aufnehme, meine eigenen Gedanken mit ein. Allerdings möchte ich ein Mal mehr darauf verweisen, dass meine Hauptleistung darin besteht, die Inhalte zusammenzutragen und untereinander in Verbindung zu setzen. Wenn ich dabei erfolgreich bin, entsteht durch dieses Vorgehen ein neues Ganzes. Diese neue Entität kann möglicherweise, ganz nach dem gestalttherapeutischen Grundsatz „mehr als die Summe seiner Teile“ sein.
Wir werden uns heute einerseits das Buch von David Goggins (Can’t Hurt Me) und andererseits „The Subtle Art of Not Giving a Fuck“ von Mark Manson zuwenden.

Weiterführende Gedanken
Can’t Hurt Me (David Goggins)
Ich möchte mit den Gedanken eines „harten Kriegers“ wie er im Buche steht beginnen: David Goggins. Dieser Mann hat bereits bis heute ein enorm dichtes, vielseitiges und interessantes Leben gelebt. Unter anderem läuft er Ultramarathon-Rennen, hielt den Klimmzug-Weltrekord und durchlief mehrmals Mal die „hell week“, eine der physisch anspruchsvollsten militärischen Ausbildungen weltweit. Weiter ist er der Autor des Buchs „Can’t Hurt Me“.
Der Autor erzählt in diesem Buch die Geschichte seines Werdegangs und versieht diese mit praktischen Übungen, welche einen auf dem eigenen Weg unterstützen sollen, das Unmögliche möglich zu machen.
Der Titel resultiert aus der grundlegenden These, dass wir die Welt als unfairen Ort begreifen und akzeptieren müssen. Auf dieser Grundlage können wir uns auf die Schwierigkeiten, welche es zu bewältigen gilt in entsprechender Weise vorbereiten. – Diese Grundannahme soll provozieren und die Provokation gelingt in meinem Fall gut. Ob man dieses Statement als Leitsatz für sein Leben nehmen sollte, möchte ich jedoch weiterhin klar in Frage stellen.
Für den Autor ist es eine Verschwendung von persönlichem Potenzial, wenn man sich sein Leben lang möglichst bequem einrichtet und die resultierende Comfortzone nur in äussersten Notfällen verlässt.

Die Methoden, welche Goggins vorschlägt, sind alles andere als sanft und verständnisvoll. Es geht darum hart zu werden, „to callous the mind“ (frei: Den Geist abhärten) ist eine Wendung, welche der Autor in seinem Buch immer wieder prägt. Es gilt es sich im Unbequemen bequem zu machen. Damit möchte der Autor darauf hinweisen, dass man permanent daran arbeiten muss, seine Comfortzone hinter sich zu lassen und tagtäglich in neues, unbekanntes Gebiet vordringen soll. Folglich gilt es jeden Tag mindestens etwas zu tun, was man nicht mag, einem Furcht einflösst oder Mühe bereitet. Gemäss Goggins kann man so die Grenzen seines Funktionsbereichs, welchen man dominiert und im Griff hat, Stück für Stück verschieben und erweitern. Ein weiterer wichtiger Punkt, welchen Goggins in seinem Buch auf sehr bildliche und einleuchtende Weise erklärt, zeigt, dass einen nicht nur Freunde auf dem Weg zum besseren Selbst begleiten und antreiben können, sondern dass auch Feinde und Widersacher als entscheidende Motoren zu diesen Entwicklungen beitragen.

Das Herzstück dieses Werks stellt für mich persönlich die grundlegende Einstellung dar, dass wir an den Steinen, welche uns in den Weg gelegt werden, wachsen können. Diese Einstellung in Bezug auf schwierige Ereignisse und Herausforderungen inspiriert mich sehr, da meiner Meinung nach viel zu häufig Probleme kreiert werden, welche weder nötig noch sinnvoll sind.
Weiter finde ich es enorm faszinierend, dass ein Mensch, welcher sich besonders mittels körperlicher Herausforderungen an die Grenzen des menschenmöglichen begibt einen solch grossen Wert auf mentale Stärke legt. Die sinngemässe Aussage von Goggins hierzu lautet: Wenn du nur deine Muskeln trainierst, wirst du zwar ein fitteres Weichei, aber du bleibst ein Weichei.
Für mich liegt daher der Schluss nahe, dass es unumgänglich ist, den Weg des eigenen Wachstums holistisch anzutreten und die unterschiedlichen Domänen möglichst vielseitig zu fördern und sich so als Mensch und nicht nur als Fachkraft, Sportler, Künstler oder Guru weiterzuentwickeln.
Eine wichtige Voraussetzung für diesen Weg stellt radikale Ehrlichkeit in Bezug auf die Selbstsicht dar. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen. Die Realität nicht schönreden, sondern eine möglichst objektive Analyse der Umstände vornehmen und dann konkrete Massnahmen daraus ableiten, um einen gewünschten Zielzustand zu erreichen.
Als nächsten Schritt auf dem Weg gilt es die harte Arbeit anzupacken, welche einen von A nach B bringt. Für Goggins beinhaltet dieser Schritt meistens, wenn nicht gar immer das Ertragen von Unwohlsein. Man soll sich auch seiner Unsicherheiten bewusst werden und sie sehr gezielt ausmerzen, um immer weiter wachsen zu können.

Nun möchte ich gerne auf einige konkrete Techniken und Konzepte eingehen, welche der Autor in seinem Werk vorstellt.

  1. Wettbewerb kann ein wichtiger Motor sein. Versuche Deine Gegner mit Exzellenz zum Schweigen zu bringen. Häufig gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass es sich beim Konkurrenzkampf um mentale Spiele handelt; jedes davon ein Ende hat und mit dem Spiel der Schmerz endet. Dies kann gemäss Goggins helfen, den Kopf länger über Wasser zu behalten.
  2. Die Keksdose für schwere Tage. Goggins schlägt vor, dass man sich eine Liste mit bisherigen Erfolgen und überwundenen Hindernissen zusammenstellt, um in wirklich düsteren Momenten auf diese schweren, aber bereichernden Erfahrungen zurückblicken kann, um weiter durchhalten zu können. Achtung: Es geht hier nicht darum, sich in die Watte eines „guten Gefühls“ einzulullen. Vielmehr ist es das Ziel, sich weiter pushen zu können, wenn sonst nichts mehr hilft.
  3. Die 40% Regel besagt, dass bei 40% der maximal möglichen Leistung zum ersten Mal Schmerz einsetzt und uns in der Mehrheit der Fälle zum Aufhören bewegt. Es gilt allerdings, die Grenze des maximal tolerierbaren Schmerzes immer weiter zu schieben und so die „mentale Drosselung“ zu lösen. In der Folge kann man sein Potenzial besser und vollständiger ausloten und realisieren.
  4. Ziemlich selbsterklärend, aber dennoch wichtig: Grossartigkeit ist kein Zustand, sondern ein stetiger Prozess. Es reicht nicht, heute grossartig zu sein. Morgen wird man bereits wieder dafür arbeiten müssen.
  5. Die Analyse von Fehlern, welche man in der Vergangenheit gemacht hat, ist gemäss Goggins wichtig, um für die Zukunft zu lernen. Hier möchte ich gerne ein erstes Mal auf Rolf Dobelli zurückverweisen, der diese Analyse unter dem Konzept des „Blackboxdenkens“ subsummiert.
  6. Motivation ist nichts wert. Motivation muss durch ein gewisses Mass an Drive oder gar Obsession getragen werden. Motivation ist, so Goggins zu volatil, um allein weitreichende Veränderungen bewerkstelligen zu können.

Ein wichtiger Punkt, welchen Goggins von anderen Autoren in diesem Themenbereich unterscheidet, ist der Fokus auf die persönlichen Schwächen. Dobelli beispielsweise rät, dass man sich auf seine Kernkompetenzen fokussiert und er warnt gar davor zu versuchen, seinen „Kompetenzkreis“ auszuweiten. Hier gilt es allerdings anzumerken, dass die beiden Autoren unterschiedliche Ziele verfolgen. Bei Goggins steht die Idee im Zentrum, sich als Mensch abzuhärten und sich „rohe mentale Stärke“ zu erarbeiten. Auf der anderen Seite ist Dobellis Idee darauf ausgelegt, ein möglichst gutes Input-Outcome-Verhältnis anzustreben.

Langsam aber sicher bewegen wir uns in den Bereich, welcher sich nicht mehr fix am Buch orientiert, sondern auch von meinen Gedanken geprägt ist. Ein Thema, welches sicherlich hier einzuordnen ist, umfasst das Konzept der Vulnerabilität. Andere Autoren, wie beispielsweise Brenee Brown oder Mark Manson sehen in der Fähigkeit, sich gegen aussen verletzlich zu zeigen, grosses Potenzial für Wachstum. Nicht so Goggins. Ich finde eine Abwägung dieser Komponenten schwierig, da beide Positionen in meiner Perspektive ihre Daseinsberechtigung haben und in verschiedenen Kontexten unterschiedlich adaptiv sein können. Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht weiter auf diese Debatte eingehen, da sicherlich im nächsten Themenblock mehr Kapazitäten diesbezüglich zur Verfügung stehen werden.

Allerdings finde ich es an dieser Stelle angebracht und wichtig, auch Kritik am vorgestellten Werk zu üben. Zunächst fällt der stark militärisch geprägte Fokus von Goggins auf. Die Welt wird als Ort des Kriegs und des ständigen Kämpfens gesehen. Ich sehe darin das Spannungsfeld zwischen Kooperation und Konkurrenz, welches sicherlich für unsere weitere Zukunft als Spezies „Mensch“ von grosser Bedeutung sein wird, da unser Ökosystem uns irgendwann vor die Frage stellen wird, ob und falls ja, wer überleben wird. Trotzdem hoffe ich als Idealist nicht, dass die Welt ein dermassen feindseliger Ort ist oder wird. Gleichzeitig finde ich, dass man sich bewusst sein sollte, dass es durchaus Situationen geben kann, in welchen es wichtig ist, ein dickes Fell zu haben, um sich gegen schädliche Einflüsse von aussen zu wappnen. Das Buch bot mir diesbezüglich gute Anhaltspunkte und weitete durchaus auch meinen Horizont dahingehend, dass ich einen gelungenen Mix aus Willensstärke und Harmoniestreben entwickeln kann.

Teilweise frage ich mich auch, ob die Methoden nicht bereits an Masochismus grenzen. Dies bedeutet für mich, dass um des Leidens willens gelitten werden soll. Darauf werden wir jedoch auch bei Manson im nächsten Teil dieser Episode noch etwas eingehen.
Ferner denke ich, dass Drive, Obsession und Masochismus schwer von einander abzugrenzen sind, wenn man sich in einer gegebenen Situation befindet.
Weiter ist Goggins Weltsicht eine eher düstere. Es bleibt für mich auch nach der Lektüre fraglich, ob man sich komplett auf eine solche Sichtweise einlassen sollte. Auf mich persönlich übt der Stereotyp des Kriegers, des Stoikers, des unerschütterlichen Felsens in der Brandung eine gewisse Faszination aus. Vielleicht gerade weil ich genau diesem Stereotypen nicht entspreche? – Ich lass das mal so stehen.

Als abschliessendes Fazit möchte ich folgende Punkte zum Werk von David Goggins festhalten. Die Methoden, welche der Autor vorstellt sind sicherlich nicht jedem und jeder zu empfehlen. Allerdings enthält das Buch wichtige Ideen, wie beispielsweise, dass es wichtig ist, sich seiner Schwächen bewusst zu werden und diese möglichst adaptiv ins Selbstbild zu integrieren. Ferner finde ich den Gedanken interessant, dass auch Wut oder Angst als wichtige Motoren fungieren können. Allerdings denke ich, dass diese nicht als alleinige Treibkräfte funktionieren können und die Gefahr besteht, dass man nicht nur die Kräfte nutzt, sondern im Gegenzug auch von ihnen benutzt wird.
Trotz oder gerade aufgrund dieser Punkte und den ausgelösten Gedanken möchte ich das Buch gerne empfehlen! – Die Lektüre lohnt sich um einen etwas anderen Approach zur Selbsthilfe und Potenzialrealisierung kennenzulernen.

The Subtle Art of Not Giving a Fuck (Mark Manson)
„Dies muss ich noch erledigen, das sollte ich noch tun und auch diese Aufgabe drückt bereits besonders lange.“ – Jeder und jede kennt solche Gedanken. Der „Beschäftigtitis“ soll nun jedoch der Kampf angesagt werden.
Einer, der eine besonders simple wie bestechende Herangehensweise vorschlägt, ist Mark Manson. Und das Mantra, welches er vorschlägt ist: „Just don’t give a fuck.“
Gemäss Manson sind Probleme ein fixer und unumgänglicher Bestandteil eines jeden Lebens. Ein sorgen- oder problemloses Leben ist ein Ding der Unmöglichkeit. Was wir jedoch zu grossen Teilen beeinflussen können, ist welche Probleme wir uns zumuten und wie wir mit diesen und anderen Herausforderungen umgehen.
Ein Mal mehr zeigt sich die Unterteilung der Welt in einen beeinflussbaren und einen nicht beeinflussbaren Teil, welche die Stoiker bereits vor zwei Jahrtausenden vorgenommen haben.
Und genau hier setzt Manson mit seiner modernen Auslegung an. Es ist wichtig, dass wir die begrenzte Anzahl an „Ficks“, die wir geben können, auf die für uns wichtigen Dinge verwenden. Hier kommt einem Dobelli in den Sinn, mit seinen Konzepten des Kreises der Würde und dem Kompetenzkreis. Es ist wichtig, dass wir klare Grenzen abstecken, was wir zu tun bereit sind und folglich auch, was eben nicht.
Aber zurück zu Manson. Der Autor konstatiert, dass es immer schwieriger wird, zu bestimmen, was für unser Leben relevant ist. Im Stereotyp der Steinzeit waren viele Reize, welche von aussen an uns herangetragen wurden (wie beispielsweise das Beobachten eines Mammuts zur Jagd oder das Erblicken eines Säbelzahntigers) direkt relevant für unser Überleben und somit auch dafür, wie erfolgreich wir uns fortpflanzen konnten. Heute ist das anders. In einem weiteren Rückschluss auf Dobelli kann gesagt werden, dass 90% der Dinge, welche in unser Bewusstsein dringen nicht wichtig sind, allerdings von der „Aufmerksamkeitsökonomie“ dermassen aufgeblasen werden, um uns glauben zu lassen, dass das neue Smartphone unser Leben in der Tat revolutionieren wird.
Weiter übt Manson harsche Kritik an konventionellen Selbsthilfebüchern, da sie in seiner Perspektive zu stark auf zukünftige Zustände fokussieren und damit vorhandene Gefühle der Minderwertigkeit verstärken, statt sie abzuschwächen. Ähnliche Kritikpunkte konnte ich auch in anderen Quellen finden, welche sich damit beschäftigen, dass das „Abhängig-machen“ der eigenen Zufriedenheit von einem Ziel dazu führt, dass man nicht „einfach“ mit dem glücklich sein kann, was man bereits hat.
Gerne möchte ich an dieser Stelle auch einen guten Freund zitieren, der immer wieder darauf verweist, dass „Glück eine Entscheidung ist, welche man für sich treffen kann.“
Der Kerngedanke dieses Buches stellt für mich die Aussage dar, dass der Wunsch nach mehr positiven Erfahrungen selbst eine negative Erfahrung ist. Und auch der Umkehrschluss, dass die Akzeptanz von negativen Erlebnissen selbst eine positive Erfahrung ist, trifft zu. Genau diesen Perspektivenwechsel finde ich sehr gelungen und wichtig für mein tagtägliches Leben. Mehr wollen gut und recht; aber ab und an darf man auch einfach mit dem zufrieden sein, was man bereits hat. So ist es gleichzeitig die Kunst und Essenz des Lebens, die Erfahrung des Lebens als solches unabhängig vom momentanen Inhalt als grossartig und wundervoll anzusehen.
Allerdings wird das Wertvolle im Leben auch immer mit negativen Aspekten verbunden sein, welche überwunden werden müssen. Menschen werden gemäss Manson dann unaufhaltbar, wenn sie es schaffen, einen Scheiss drauf zu geben, dass ihre Ziele oder der Weg dahin mit Schmerz verbunden sind. Allerdings bedeutet dies auch, dass man Dinge finden muss, welche einem so wichtig sind, dass man bereit ist, für sie Schmerz in Kauf zu nehmen. Dies ist, so Manson eine der wichtigsten Aufgaben im Leben.
Wir sollen also nicht der Frage: „Was möchte ich erreichen?“ nachjagen, sondern uns vielmehr der Frage danach stellen, welche Art von Schmerz wir bereit sind zu ertragen. Beispielsweise nehme Schmerzen beim Klettern mit Handkuss in Kauf. Weder der Muskelkater, noch aufgeschürfte Stellen, blutende Fingerkuppen oder die Angst, welche ich als ständige Begleiterin im Gepäck bei mir trage können mich hier stoppen. Allerdings möchte ich nicht nur besser werden, sondern geniesse bereits den Prozess selbst. – Dies ist ein Hinweis, welchen ich zum wiederholten Mal absorbiere: „Häng nicht am Resultat, sondern finde die Tätigkeiten, bei welchen du bereits den Prozess liebst.“.

Eine wichtige Differenzierung, welche ich zu Goggins sehe, ist dass Manson Leiden nur als wertvoll erachtet, wenn es eine Richtung hat und ein Ziel verfolgt.

Aber auch bei Manson gibt es einige konkrete Konzepte, welche ich gerne kurz beleuchten möchte:
1. Law of Avoidance: Wenn etwas die Identität bedroht, führt dies zu Vermeidung. Aus dieser Annahme wird die Schlussfolgerung gezogen, dass man die Grundsätze über die eigene Person möglichst flexibel halten soll, um gegebenenfalls Veränderungen auf eine leichtere Schulter nehmen zu können.
2. Zirkuläre Verknüpfung von Handeln und Motivation: Häufig wird angenommen, dass Motivation vor einer Handlung vorhanden sein muss. Allerdings ist auch eine umgekehrte Wirkrichtung möglich und Handlung kann Motivation zutage fördern. Hier kann durch das Motto: „Tu es einfach!“ ein positiver Feedbackloop angestossen werden.
3. Trade off zwischen Tiefe und Breite von Erfahrungen: Es kann ein Trichterprinzip angewandt werden. Häufig ergibt es Sinn, dass man vorerst damit beginnt, sich über viele verschiedene Erfahrungen einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen. Später gilt es dann jedoch sich auf etwas zu spezialisieren und zu vertiefen. Dies mag sowohl auf das Berufs- wie auch viele Situationen des Privatlebens zutreffen.

Das Fazit, welches ich aus der Lektüre dieses Buches ziehe, ist folgendes: Mark Mansons Ideen, welche durch ihre Einfachheit, wie auch die ihnen inhärente Überzeugungskraft zu bestechen vermögen, bringen mich immer wieder zum Schmunzeln, Nachdenken und Staunen. – Dafür möchte ich ihm herzlich danken!

Evaluation
Ich bin überzeugt, dass diese und ähnliche Ideen auch in künftigen Folgen immer wieder auftauchen werden.
Es gibt, wie bereits im letzten Beitrag beschrieben, Parallelen zum Buddhismus, der zweifelsohne in Block 4 vertieft besprochen werden wird.
A propos 4. Block. Immer wieder werde ich gefragt, wohin der Kopfsprung sich bewegt und wie sich das Programm gestaltet.
Auf der Website findet sich bereits jetzt ein Programm, welches als grobe Leitlinie verstanden werden kann. Du findest es hier. Hoffentlich hilft das weiter.
Nun möchte ich gerne noch mit Dir inhaltlich auf die Ausführungen der letzten Minuten zurückschauen.
Die Stoa hat mir bereits häufig im Alltag den Boden unter die Füsse zurückgebracht, wenn er mir einmal verloren gegangen ist. Die Praxisnähe der Philosophie finde ich besonders angenehm, da so direkt Bezüge zum tagtäglichen Leben geschaffen werden können.
Ferner gefällt mir die Unterteilung der Welt in einen beeinflussbaren und einen nicht beeinflussbaren Teil. Er bietet die Freiheit, etwas auch einmal stehen zu lassen. Allerdings finde ich, dass der Gedanke mit Vorsicht zu geniessen ist, da er auch dazu verleiten kann, dass man in Passivität abgleitet.
Die Literatur, welche ich über den letzten Monat zusammengetragen habe, zeigt immer wieder in eindrücklicher Art und Weise auf, dass es entscheidend ist, sich dessen bewusst zu werden, was einem in seinem Leben wichtig ist. Ich möchte mich engagiert für etwas entscheiden können und somit auch alle anderen Optionen ebenso dezidiert ablehnen können. Allerdings ist dies ein Ziel, welches schwer zu erreichen ist. Aber vielleicht ist es ja gar nicht das Ziel, welches zählt, sondern der Weg dahin.