Einführung
Nun ist es soweit! – Wir starten in den dritten Themenblock. Meine Vorfreude darauf ist gross. Bei der Persönlichkeitsentwicklung und Selbstentfaltung gibt es immer weniger fixe Regeln. Immer weniger absolut sind die Antworten auf die Fragen, welchen wir uns gemeinsam stellen. Ich erhoffe mir davon, dass wir immer tiefer abtauchen und in diesen unbekannten Gewässern Perlen finden werden.
Inhaltlich werden wir uns in diesem Block jeweils für einen Monat mit den folgenden Themen beschäftigen.
Der erste Monat wird sich darum drehen, ein grundlegendes Verständnis für den Bereich zu entwickeln. So erhoffe ich mir, dass es möglich sein wird, ein solides theoretisches Fundament aufzubauen.
Danach ist es das Ziel, ein Mal mehr den Sprung vom Abstrakten zum Konkreten zu machen. Nach dem Monat der Einführung sollen zwei Monate unterschiedlichen Tätigkeiten, durch welche man sich verwirklichen kann, gewidmet werden.
Der erste dieser beiden Teile wird sich meiner sportlichen Leidenschaft des Kletterns annehmen.
Der letztere fokussiert auf kreative Ausdrucksweisen wie das Schreiben und die bildende Kunst.
Die Abklärungen laufen noch, aber eventuell wird es dann ein etwas anderes Format zu bestaunen geben. – Es bleibt spannend.
Aber zurück zum Monat, welcher jetzt vor der Tür steht:
In der heutigen Folge werden wir einen Überblick über die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstentfaltung gewinnen. Es gilt den Grundstein für die Reise zu legen und grundlegende Fragen der Definition, wie auch der Grundsätze zu beantworten.
Nächste Woche werden wir uns mit dem Aufbau von Gewohnheiten beschäftigen, da diese Materie auch für diesen Themenkomplex relevant ist. Ferner werden wir uns dem Phänomen des Perfektionismus zuwenden. Dieser stellt für viele Menschen eine Herausforderung oder gar eine Hürde für ein erfülltes Leben dar.
Die übernächste Woche steht im Zeichen der Vulnerabilität. Ich möchte diesem Konzept noch mehr Aufmerksamkeit schenken, da es in unterschiedlichen Kontexten immer wieder auftaucht. Weiter wird in dieser Folge auch die Bearbeitung und Bewältigung von Ängsten vertieft beleuchtet werden.
Diesen Monat möchte ich dann gerne mit einem weiteren Thema abrunden, das uns, wie die Vulnerabilität, immer wieder beschäftigt hat und es auch weiterhin wird. Ich spreche von der Selbstfürsorge, welche an dieser Stelle ebenfalls ihren Raum erhalten soll.
Aber nun kommen wir zurück zum Thema der heutigen Folge.
Lass uns loslegen.
Inhaltliche Einleitung, grundlegende Annahmen und Definitionen
Anders als die letzten Ausgaben dieses Formats orientiert sich die heutige Folge nicht vornehmlich an einem Buch.
Stattdessen basiert sie auf einer Vielzahl von Quellen.
Ein erster Blog-Beitrag, welchen ich konsultiert habe, beschäftigt sich mit der Frage, worum es bei der Persönlichkeitsentwicklung im Kern geht.
Dort wird sie als ständig andauernder Prozess, des sich selbst Kennenlernens und Verstehens beschrieben. Weiter umfasst die Persönlichkeitsentwicklung das Aufstellen von Zielen und Realisieren von Prinzipien. Dadurch kann man gemäss dem Autor oder der Autorin Gelassenheit, Entspannung und Zufriedenheit finden.
In diesem Artikel wird eine spannende Unterteilung zwischen Theorie und Praxis angedacht.
Einerseits sei es wichtig, dass man sich mit den theoretischen Grundlagen dessen, was man verändern möchte, vertraut macht.
Andererseits führt kein Weg darum herum, dass man selbst aktiv wird und Veränderungen am eigenen Leben vorzunehmen beginnt.
Auch hier ist es wichtig, darauf zu verweisen, dass es nicht einen Weg nach Rom gibt, sondern jeder und jede ihren eigenen Pfad finden muss.
Weiter ist es wichtig, dass es sich nicht um einen Wettlauf handelt. Es ist möglich, dass kleine, aber konstante Kursänderungen im Endeffekt eher zu beständigen Veränderungen führen können.
Ein weiterer Artikel, welchen ich gerne ausführen und weiterdenken möchte, beschreibt wichtige Grundhaltungen, welche auf dem Weg wichtig sind:
Zuerst ist eine gewisse Aufgeschlossenheit und Offenheit für Neues wichtig, sodass alternative Verhaltensweisen überhaupt angenommen werden können.
Weiter kommt man nicht darum herum, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Es sind weder dein Boss, noch deine Freunde, Familie oder Verwandten, welche die Verantwortung für dein Leben tragen sollen. Das ist Deine Aufgabe. Nur so kannst Du Deinen Weg nach Rom finden und in Angriff nehmen. Lass Dir diese durchaus lustvolle und spannende Aufgabe nicht nehmen. Der Einfluss von der Annahme, dass man Kontrolle über sein Leben hat, wurde in psychologischen Studien bereits vor der Jahrtausendwende untersucht. Die Resultate zeigen auf, dass eine so genannte internale Kontrollüberzeugung weitreichende positive Auswirkungen auf das Leben hat.
Neben diesen beiden ersten Punkten ist es zentral, dass man die Flexibilität behält, Veränderungen in sein Leben zu integrieren. Schliesslich ist sie die einzige Konstante, welche man über die Zeit hinweg findet. Anpassungsfähigkeit führt dazu, dass man sich leichter in neuen Situationen zurechtfinden kann.
Ferner ist Ausdauer wichtig auf dem Weg der Potenzialrealisierung. Veränderung braucht Zeit und Rückschläge sind möglich. Wie bereits bei Dobelli besprochen wurde, gilt es ständig am Ball zu bleiben und kleine, aber entscheidende Kursänderungen vorzunehmen.
Was auch weiterhelfen kann, ist die Aufmerksamkeit eher auf Lösungen anstelle von Problemen zu lenken. Eine permanent negative Einstellungen kann einem die Sicht auf das, was bereits gut läuft, versperren. Ich bin kritisch gegenüber dem klassischen „positiven Denken“. Meiner Meinung nach ist hier die richtige Mischung entscheidend. Aber was ist hier die richtige Mischung? – Momentan versuche ich es mit dem Grundsatz, dass ich vom Guten auszugehen versuche und eine Tit-for-Tat-Strategie verfolge. Diese Idee der Spieltheorie besagt, dass man so lange mit seinem Gegenüber kooperiert, bis es zu einem Angriff kommt. Dann wird die Kooperation so lange eingestellt, bis das Gegenüber wieder kooperiert. Allerdings ist dies die Theorie. Die Praxis sieht wiederum etwas anders aus. Und trotzdem kann eine Theorie als Basis helfen, Faustregeln für die Praxis zu etablieren. Von dieser kann im konkreten Fall, falls nötig ja bekanntlich immer wieder abgewichen werden.
Zuletzt wird in diesem Artikel darauf eingegangen, dass man Feedback positiv nutzen soll. Auch oder gerade Rückschläge bieten die Möglichkeit für Wachstum. Hier spiegelt sich sowohl Goggins mit seinem Konzept der Action Reports, wie Auch die Idee, welche Dobelli als „Blackboxdenken“ beschreibt wieder. Der Fehler oder Rückschlag ist ohnehin passiert. Also versuch doch das Beste draus zu machen und das Maximum daraus zu lernen.
Weiter können Ängste als Möglichkeiten des Wachstums gesehen werden, da sie bis anhin ungenutztes Potenzial für weitere Schritte darstellen. Es lohnt sich, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Egal, ob es sich um eine ausgewachsene Phobie oder eine vergleichsweise kleine Alltagsangst handelt. Es wartet eine Menge Freiheit auf der anderen Seite der Angst.
Aber wo soll man nun beginnen? – Eine mögliche Antwort auf diese Frage fand ich in einem youtube-Video.
In diesem Beitrag wird vorgeschlagen, das Leben in unterschiedliche Bereiche einzuteilen, welche weitgehend unabhängig voneinander bearbeitet werden können. Allerdings scheint mir die Unterteilung in 12 Bereiche etwas zu feingliedrig. Wer dieses Projekt schon seit einiger Zeit verfolgt und auch den vierten Monat zur Thematik des Minimalismus verfolgt hat, weiss dass Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus in ihrem Buch eine fünfteilige Einteilung vorschlagen. Diese überzeugt mich eher, da sie in meiner Sicht ein gutes Mittelding zwischen Komplexitätsreduktion und Vollständigkeit gewährleistet. Zur Erinnerung: Die Bereiche von Joshua und Ryan umfassten Gesundheit, Beziehungen, Leidenschaft, Wachstum und Beitrag zum Leben anderer.
In einem ersten Schritt gilt es nun eine Standortbestimmung vorzunehmen und die Bereiche auf einer Skala von 1-10 (1: Miserabel bis 10: Perfekt) zu bewerten.
So kann man sich einen ersten Überblick über seine Stärken und Schwächen verschaffen.
Allerdings wird das weitere Vorgehen bereits hier nicht mehr so klar, wie es anzunehmen wäre.
Der Autor des youtube-Videos verweist darauf, dass es sinnvoll ist, zuerst an den Schwächen anzusetzen. Die Begründung dafür ist es, dass die Lernkurve am Anfang besonders steil ist und sich relativ zügig Resultate und Verbesserungen zeigen.
Andere Quellen verweisen darauf, dass es mehr Spass macht, sich auf seine Stärken zu fokussieren und in diesen Bereichen „Meisteschaft“ zu erlangen.
Auch hier würde ich persönlich behaupten, dass man auf seine Intuition hören kann und dort beginnen soll, wo es einen am meisten juckt.
Ich tendiere dazu ein möglichst ausgewogenes Profil anzustreben, da in meiner Weltsicht die Bereiche multiplikativ verknüpft sind. Aus dieser Annahme resultiert, dass eine extreme Schwäche auch vier sehr hohe Werte in die Tiefe ziehen kann. Allerdings denke ich, dass man auch innerhalb eines Bereichs Stärken und Schwächen haben kann, welche man im Wechsel bearbeiten kann. So hat man einerseits den Vorteil der Bearbeitung der Schwächen in Form einer recht steilen Lernkurve, aber auch den Spass der Auseinandersetzung mit den persönlichen Stärken.
Weiter wird im Youtube-Video darauf verwiesen, dass es einfacher ist, sich zu Beginn der Reise auf Bereiche zu fokussieren, welche leicht messbar sind und sich skalieren, das heisst schrittweise annähern, lassen.
Ferner ist es wichtig, dass man sich auf einen Bereich fokussiert und nicht zu viel auf ein Mal verändern möchte. Es braucht Zeit, dass sich eine neue Gewohnheit oder Einstellung festigen kann. Daher ist hier Übereifer fehl am Platz. Allerdings ist es möglich, dass sich Dominoeffekte einstellen und indirekte Verbesserungen anderer Lebensbereiche über die Adaptation eines anderen Bereichs resultieren.
Nachdem wir die Grundsätze, wie auch mögliche erste Schritte auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung beleuchtet haben, möchte ich abschliessend gerne auf drei mögliche Fallen, welche unterwegs lauern, eingehen. Hierzu beziehe ich mich auf eine weitere Quelle.

  1. Übereifer: Diese Problematik wurde bereits weiter oben angeschnitten. Es gilt nicht möglichst schnell möglichst viel zu verändern. Vielmehr ist es sinnvoll, wenige Dinge richtig und grundlegend zu verändern. Ich weise eine starke Tendenz in die problematische Richtung auf. Viel zu häufig habe ich mir in der Vergangenheit vorgenommen, ab morgen um 5:00 Uhr aufzustehen, eine Stunde zu meditieren, im Anschluss Tagebuch zu führen. Und dies ausnahmslos jeden Tag. Meist funktionierte dieses Vorgehen keine Woche. Was für eine Überraschung. Nun möchte ich eine andere Herangehensweise testen. Statt eine fixe Zeit für jeden Tag und ein Morgenritual mit sieben Schritten installieren zu wollen, habe ich mir etwas anderes vorgenommen. Und zwar lediglich, dass ich ab heute jeweils beim ersten Wecker aufstehen möchte. Ich bin gespannt, inwiefern sich dies auf mein Durchhalten auswirken wird. Die Empfehlung aus dem Internet lautet, dass man sich auf eine Sache fokussieren soll und da so lange dranbleibt, bis sich die Veränderung stabilisiert. Das Selbe gilt für Trainingsmethoden oder Trainer. Nach einer ersten Phase des Explorierens gilt es sich für etwas zu entscheiden und fürs Erste dabeizubleiben.
  2. Unterscheidung zwischen Wissen sammeln und dem Produzieren von Ergebnissen: Diese Problematik bezieht sich darauf, dass man häufig im Stadium der mentalen Masturbation hängenbleibt und immer mehr Wissen absorbiert, statt endlich zur Tat zu schreiten. Auch dieses Phänomen kenne ich gut. Weiss ich genug, um die Veränderung zu implementieren? – Oh, ein weiteres Buch, lass mich das noch lesen, bevor ich etwas Falsches mache. Erfahrungswerte entstehen nur durch praktische Erfahrungen. Mark Manson kommt einem in den Sinn: „Tu es einfach!“. Gleichzeitig ist es ebenfalls wichtig, die Veränderungen zu überprüfen und die Richtung regelmässig zu kontrollieren. Die Quelle schlägt diesbezüglich vor, dass man sich ein Mal im Monat Zeit nehmen sollte, um die Fortschritte und Rückschläge zu analysieren.
  3. Angst, immer gut drauf sein zu müssen, ständig Motivation versprühen muss: Es ist eine Illusion, dass immer alles genau so läuft, wie man es sich erhofft. Stagnation und Rückschläge gehören ebenso zum Weg wie die Erfolgserlebnisse. Ein wichtiger Schritt ist es zu lernen, wie man am besten mit den Schwierigkeiten unterwegs umgehen kann und trotz der Widrigkeiten am Ball bleiben kann. Auch Pausen und Ruhephasen können Früchte tragen, da sie dazu genutzt werden können, die nächsten Schritte zu planen und falls notwendig Kurskorrekturen zu planen.

Nach diesem Ein- und Überblick möchte ich gerne mit einer schönen praktischen Übung abschliessen, welche ich in Zukunft auch in mein Leben integrieren möchte. Wenn Dich in Zukunft ein Thema besonders beschäftigt, stell dir doch einfach mal die Frage: „Wie könnte ich das sonst noch betrachten?“ Im Anschluss gilt es möglichst viele Einschätzungen, Sichtweisen und Argumente für und gegen die Sache zu erarbeiten. So kann ein Perspektivenwechsel gelingen und Offenheit für Neues gefördert werden. Genau das wünsche ich uns: Viel Offenheit, Eigenverantwortung, Durchhaltewillen und Ausdauer.