Dieser Monat wird sportlich. Thematisch eng eingegrenzt, aber spannend und pointiert möchte ich die wichtigsten Pfeiler eines ausgewogenen, effizienten und nachhaltigen Klettertrainings darstellen.
Allerdings gehe ich auch davon aus, dass sich die vorgestellten Inhalte auf andere Sportarten übertragen lassen. Daher dürfte der Monat auch für die sportlichen „Nicht-Kletterer“ des Publikums von Interesse sein.
Selbst für den Fall, dass Du dich eher zur Gattung der „Couch-Potato“ zählen solltest, können die Materialien, welche ich Dir zur Verfügung stellen werde, sogar in zweierlei Weisen nützlich sein.
Einerseits können sie dazu dienen, dass Du dich vielleicht dazu motivieren lässt, deine Perspektive zu weiten und aus der Passivität in die Aktivität zu wechseln.
Andererseits können Teile der Materie nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag als generelle Lebenshilfen und Unterstützungsinstrumente genutzt werden.
Bis anhin betrieb ich das Klettern aus intrinsischer Motivation. Freude am Prozess. Aus Spass an der Freude.
Warum also die Herangehensweise ändern? – Die Antwort darauf ist simpel, wenn auch nicht unumstösslich. Im Zeitverlauf stellte ich fest, dass die Lernkurve stetig abflacht. Dies ist kaum überraschend, aber trotzdem stellt einen diese Tatsache immer wieder vor Entscheidungen und Fragen.
Wie möchte man sich weiterentwickeln? – Möchte man sich überhaupt weiterentwickeln? – Oder darf es auch so bleiben, wie es bisher war?
Will man seine Fertigkeiten im betroffenen Bereich weiter vertiefen und erweitern, so kann man beim Sport in unterschiedlichen Bereichen arbeiten.
Es kann ein breiteres Fundament körperlicher Fitness gelegt werden. In diese Sparte fallen generelles Krafttraining, Beweglichkeitseinheiten, Ausdauersport und Ausgleichstrainings. Weiter würde ich auch das Schaffen von leistungsbegünstigenden Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Gestaltung der Ernährung in diese Kategorie subsumieren.
Am offensichtlichsten ist die Arbeit im sportartenspezifischen Fertigkeitsbereich. Beim Klettern wird hier häufig auf das Training der Fingerkraft und der Zugschlinge der Arme generell fokussiert. Aber neben Krafttraining kann hier auch Techniktraining angesiedelt werden, welches eine grosse Rolle in Bezug auf Erfolg oder Misserfolg bei einem Projekt spielen kann.
Neben diesen eher „körperbetonten“ Aspekten des Trainings sind auch mentale Aspekte im Sport häufig von immenser Bedeutung. Davon bildet das Klettern und der Bergsport im Allgemeinen keine Ausnahme.
Neben dem Bereich können auch unterschiedliche Formen der Strukturierung genutzt werden. Das Kontinuum reicht hierbei von „Ich geh mich einfach bewegen“ bis „Jede Route, welche ich an einem bestimmten Tag klettere, ist handverlesen und aufgrund von vielen Eigenschaften ausgewählt“. Dazwischen gibt es unendlich viele Graustufen, welche man belegen kann. Ich für meinen Teil werde nun für mich ein erstes Mal einen fürs Klettern spezifischen Trainingsplan zusammenstellen und versuchen, etwas mehr „Ordnung“ in meinen Trainingsalltag zu bringen. Allerdings hat dieser nicht nur die Funktion, mich stärker zu machen, sondern ich möchte auch ganz spezifisch ein Augenmerk darauf legen, dass mein Klettern einerseits möglichst nachhaltig ist und andererseits denke ich, dass ich auch in anderen Bereichen wie beispielsweise der Sicherheit weitere Zugewinne realisieren kann.
Um diese Ziele anzugehen werden wir nächste Woche einen generellen Überblick über die grundlegenden Ideen der Trainingswissenschaften ins Auge fassen und eine bis zwei allgemeine Krafteinheiten entwerfen.
In der darauffolgenden Woche wird es darum gehen, kletterspezifische Trainingstechniken kennenzulernen, diese ein erstes Mal anzuwenden und zu evaluieren.
Den runden Abschluss dieses Monats suchen wir dann im mentalen Training und der Gestaltung von Ausgleichseinheiten. In dieser Folge soll es dann auch darum gehen, zu schauen, was gut geklappt hat und wo weitere Individualisierungen im Trainingsplan notwendig sein werden.