Je mehr ich mich mit der Materie, wie man ein Training aufbauen kann, beschäftige, umso mehr realisiere ich, dass ich nichts, aber absolut nichts darüber weiss.
Daher sehe ich mich auch nicht in der Position, Dir eine Anleitung zur Gestaltung deines Trainings zu geben.
Was ich jedoch auch feststelle, ist, dass es wahrscheinlich kaum allgemein gültige Regeln dazu gibt.
In der vergangenen Woche habe ich versucht möglichst viele unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema aufzusaugen und habe dazu Interviews von Profi-Kletterer*innen gehört und gelesen.
Spannend war daran, dass all diese Fachleute zwei Dinge gemeinsam haben. Die grossen Geheimnisse, welches sie dahin gebracht haben, wo sie stehen: An die Spitze ihres Sports:

  1. Der Mut, das zu tun, was ihnen in Bezug auf ihr Training am sinnvollsten erscheint. – Viele Wege führen nach Rom.
  2. Sie brennen alle für das, was sie tun.

Was ziehen wir nun daraus?

  1. Scheint dir etwas nicht sinnvoll oder unproduktiv? – Spar es erst mal aus und versuch es mit den Mitteln, welche du als sinnvoll und effektiv erachtest.
  2. Fast noch wichtiger: Hab Spass! – Hast Du den nicht, so wird sich dies auch in den Resultaten bemerkbar machen. Krafttraining mag sehr effektiv und gewinnbringend sein. Allerdings wirst Du dich, wenn überhaupt, nur schwer bei der Stange halten können, wenn Du dich jedes Mal aufs Neue zum Workout zwingen musst.

Ich stehe selbst noch ganz am Anfang meiner Reise diesbezüglich und werde weitere Schritte tun. Klar, ich versuche gegenüber neuen Einflüssen offen zu bleiben. Aber es ist mir auch wichtig, dass ich meine Zeit mit dem zubringe, was mich erfüllt.
Ich geniesse es sehr, am Seil Routen zu klettern. Ich möchte gleichzeitig zum Ausgleich genug bouldern und in diesem Bereich etwas für meine Maximalkraft tun.
Allerdings sehe ich den Nutzen von reinem Krafttraining als eher eingeschränkt. Daher möchte ich möglichst viel davon in mein Training an der Wand einbauen.
Trotzdem sehe ich auch ein, dass es sinnvoll ist, ein Mal pro Woche Ausgleichstraining der Antagonisten der „Klettermuskulatur“ zu betreiben.
Um erfolgreich zu sein, ist es wichtig, seine Situation sorgfältig zu analysieren und darüber nachzudenken, welche Fähigkeiten man als nächstes ausbauen möchte, um auf seinem Weg vorwärts zu kommen.
Daraus kann man dann konkrete Handlungsschritte ableiten und diese in der Praxis umsetzen. – Übe dich in dem, wovon du mehr haben möchtest.
Und für mich ist das im Moment „Spass“ und „Freude an der Bewegung“.
Nebenbei ist es für mich zentral, meinem Körper und der Gesundheit sorge zu tragen.
In diesem Sinne verabschiede ich mich für diese Woche und geh mich nun mal bewegen.