Einführung
Heute werden wir in den elften Monat von Kopfsprung.blog starten. Ich freue mich, dir das Konzept für die kommenden vier Wochen kurz vorzustellen.
Nach langem Hin und Her bin ich zum Schluss gekommen, dass der vorletzte Abschnitt langsam damit beginnen soll, den Bogen zum Beginn des Projekts zu schliessen. Aufgrund dessen habe ich mich dazu entschieden, die folgenden drei Episoden wieder im „Tagebuch-Stil“ umzusetzen und Dich auf meine Reise mitzunehmen.
Konkret wird das folgende Unterfangen angestrebt: Die kommenden vier Wochen sollen dem Aufbau einer täglichen Meditationsgewohnheit dienen.
In den vergangenen beiden Monaten habe ich ein ähnliches Vorgehen mit der Angewohnheit des Tagebuchschreibens angewandt. Da dieses „Rezept“ bisher für mich in jenem Bereich sehr gut funktioniert hat, denke ich, dass es unter Umständen auch für das Aufbauen einer Meditationsgewohnheit genutzt werden könnte.
Im vergangenen Monat haben wir versucht, uns einen Überblick über den Dschungel der Spiritualität zu verschaffen. Nun werden wir das Wissen, welches wir durch diese Explorationen gewinnen konnten in der Praxis umsetzen.
Ferner wird uns im Folgenden auch Einiges bekannt vorkommen, beispielsweise aus früheren Blöcken wie dem Gewohnheitsaufbau.
Diesen Umstand zu beobachten freut mich ausserordentlich, da ich diesen Moment im Verlauf des letzten Jahres immer wieder herbeigesehnt habe.
Aber wieso solltest du dich auf eine Reise mitnehmen lassen, wenn du sie gleich selbst mitmachen kannst? – Vielleicht könnte dieser Anlass auch für Dich einen Startschuss darstellen? – Wir können das Ganze ja als 30-Tage-Challenge sehen, oder?
Es würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich mich nicht ganz allein auf diesen Weg machen würde, sondern wir uns als Gemeinschaft bewegen würden um im gemeinsamen Austausch zu wachsen.
Fühlst Du dich angesprochen? – Dein Mitmachen, wie auch deine Gedanken, Anregungen und dein Feedback sind herzlich willkommen.

Das Vorhaben
Um eine Gewohnheit aufzubauen ist es in erster Linie wichtig, diese zu definieren. Wir wollen in diesem Falle meditieren. Gut, nun wissen wir, was wir tun möchten. In einem weiteren Schritt kann es beim Gewohnheitsaufbau helfen, wenn man die Aktivität an einem bestimmten Punkt in Zeit und Raum verortet.
Ich für meinen Teil möchte in den kommenden vier Wochen jeweils jeden Abend fünf Minuten meditieren, bevor ich zu Bett gehe. Noch konkreter werde ich versuchen, die neue Gewohnheit nach meinem Tagebuchschreiben zu etablieren. Bis anhin stellte der Tagebucheintrag etwa die letzte Aktivität eines jeden Tages dar, nun kommt ganz zum Schluss die fünfminütige Meditation, um den Tag ausklingen zu lassen. Ich werde versuchen, mein Meditationsritual immer gleich ablaufen zu lassen. Dazu werde ich mich im Lotussitz auf mein Meditationskissen setzen, mich im Hier und Jetzt verankern und meine Aufmerksamkeit mit einer freundlichen Einladung in die Gegenwart bringen. Für fünf Minuten werde ich meine Aufmerksamkeit immer und immer wieder in den gegenwärtigen Moment zurückbringen, sobald ich merke, dass diese bei anderen Sachverhalten verweilt. Zur Erinnerung, an meine Meditation habe ich zwei Auslösereize eingerichtet: 1. Das Mediationskissen liegt bereit zur Benutzung in der Mitte meines Zimmers. 2. Ein simpler Kalendereintrag auf meinem Smartphone, falls ich mal nicht zu Hause sein sollte.
Hinter dieser Art des Verhaltensaufbaus steckt jedoch auch eine Theorie. Ich möchte dir die einzelnen Komponenten kurz vorstellen, damit du sie auch für dein Vorgehen nutzen kannst.

  1. Definition: Hilf der Gewohnheit, die du aufbauen möchtest aus dem Schatten der Ungewissheit und des Formlosen heraus. Überlege dir ganz genau, was du tun möchtest und wie die neue Gewohnheit ausgestaltet sein soll.
  2. Verorten in Zeit und Raum: Wenn du dir vornimmst ab, jetzt täglich zu meditieren, bietet diese Anweisung, welche du dir gibst weiterhin sehr viel Spielraum. Aufgrund dessen ist es schwer, sie einzuhalten und du legst dir selbst Steine in den Weg. Wenn du dir aber vornimmst, dann und dort genau das zu tun, wird es wesentlich schwieriger, dich dieser Anweisung an dich selbst zu entziehen. – Auch hier kann es nicht schaden, mit der Genauigkeit zumindest in der subjektiven Wahrnehmung etwas zu übertreiben, um dir klar verstehen zu geben, was du gerne von dir hättest.
  3. Eingliedern des Neuen in bestehende Gewohnheiten: Meine Gewohnheit des Tagebuchschreibens hat sich über die letzten acht Wochen ständig stabilisiert, indem ich mich immer wieder daran erinnert und an der Durchführung festgehalten habe. Daher ist es sinnvoll, gleich da anzusetzen und „noch einen draufzusetzen“. So können diese Gewohnheiten miteinander verknüpft werden und vielleicht löst schon bald das Schreiben des Tagebuchs die Meditation gewohnheitsmässig aus.
  4. Setze dir Auslösereize: Achte dich darauf, dass du dir die Möglichkeit gibst, an deine Gewohnheit erinnert zu werden, sollte sie trotz der ersten drei Vorkehrungen mal drohen vergessen zu gehen.
  5. Setze täglich um: Je regelmässiger du deiner neuen Gewohnheit nachgehen kannst, umso schneller und stärker wird sie ein fester Bestandteil deines Lebens.

Wichtig ist, dass dieses Wissen nicht nur in Bezug auf den Aufbau neuer Gewohnheiten genutzt werden kann, sondern dir auch dabei helfen kann, zu verstehen, wie alte unliebsame Gewohnheiten sich entwickeln und aufrechterhalten können. – Hoffentlich kannst Du dich selbst in diesen Ausführungen erkennen und das Erklärte konstruktiv nutzen – sei es nun zum Aufbau einer Meditationspraxis oder für etwas ganz Anderes. Hab Spass damit!

Der Blog
Für die kommenden drei Wochen werden die Beiträge eher kurz und leicht ausfallen. Einerseits aufgrund des gewählten Formats und andererseits weil die Festtage vor der Tür stehen.
Ich werde trotzdem versuchen, dich auf dem Laufenden zu halten und nach Möglichkeit in jeder Folge noch etwas einzubetten, was mich in der vergangenen Woche berührt, bereichert oder begeistert hat.
Dir wünsche ich wundervolle Festtage mit deinen Liebsten und bis dahin einen guten Endspurt.