Einführung
Jetzt ist es achtundvierzig Wochen her, seit wir gemeinsam abgesprungen sind und einen Kopfsprung mit fulminantem Flug in unbekannte Gewässer und einen Tauchgang in nicht vorhergesehene Tiefen gewagt haben.
Das Ziel war es, sich mit aktiv mit der Gestaltung unterschiedlicher Lebensdomänen auseinanderzusetzen. Um dieses Jahr kurz Revue passieren zu lassen, möchte ich mit einem kurzen Abriss dessen beginnen, was wir umgesetzt haben:
Das Projekt gliederte sich in vier Subdomänen. So begannen wir mit drei Monaten des Resets, in welchen es das Ziel war, lieb gewonnene aber maladaptive Verhaltensweisen zu verändern. In diesem Themenblock hörte ich mit dem Rauchen auf. Danach ging es dem exzessiven Alkoholkonsum an den Kragen. Den letzten Teil dieses Abschnitts bildete die Auseinandersetzung mit der Ernährung.
Im Anschluss beschäftigten wir uns mit Minimalismus. Diese Denkströmung stellt sowohl in Bezug auf Güter, als auch auf andere Lebensbereiche eine spannende Philosophie dar. Der nächste Monat stand im Zeichen der Produktivität als generelles Konstrukt. Hier haben wir uns mit unterschiedlichen Perspektiven, Werken und Autoren des Fachgebiets beschäftigt. Nach all dieser Produktivität kam es zu einem Monat der kreativen Pause, in dem es an produktivem Chaos jedoch nicht mangeln sollte.
Danach haben wir uns einer dritten Domäne zugewandt und versucht unterschiedliche Ausdrucksformen der Selbstverwirklichung zu beschreiben und zu verstehen. Zunächst haben wir uns hier streiflichtartig jeweils für die Dauer einer Ausgabe mit unterschiedlichen kleinen Brennpunkten auseinandergesetzt. Danach wandten wir uns dem Sportklettern zu. Anschliessend fand ein zweiter Pausenmonat seinen Platz in diesem Subbereich.
Für den letzten Teil gingen wir über den Rahmen des rational Verständlichen hinaus und haben uns über vier Wochen hinweg unterschiedliche Grundlagenkonzepte der Spiritualität angesehen. Danach haben wir uns dem Aufbau einer Meditationsgewohnheit gewidmet. Der letzte, gerade hinter uns liegende Monat enthielt verschiedene Aspekte und Überlegungen, eine Fehlsendung, wie auch diese Abschlussfolge.

Abschluss
Ich spreche von einer Abschlussfolge. – Warum?
Seit Jahr hat mich Kopfsprung.blog stets begleitet. Viele Ideen und Gedanken konnten sich in diesem Rahmen kristallisieren, Gewohnheiten und Lebenseinstellungen wurden angedacht und haben sich über die Zeit hinweg zu festigen begonnen.
Seit dem 13. März 2019, als die erste Podcast-Folge erschienen ist, haben sich viele Dinge verändert. Wir haben uns mit der bereits beleuchteten Vielzahl von Themen beschäftigt und ich habe mich immer wieder mit der Arbeit an dem befasst, was mir wirklich wichtig war und ist. Aber was war Kopfsprung.blog konkret und welche Funktionen erfüllte das Projekt?

  • Kopfsprung.blog war ein Experiment und ein Kindheitstraum von mir, der in dieser Form Gestalt annehmen konnte. Die folgende Frage konnte dadurch teilweise beantwortet werden: Inwiefern kann ich mich mit der Rolle eines Bloggers und Podcasters identifizieren, mich durch entsprechend geartete Tätigkeiten ausdrücken, an den inhärenten Herausforderungen wachsen und über das realisierte Produkt zum Leben anderer beitragen?
  • Kopfsprung.blog war somit eine Verpflichtung, die ich eingegangen bin.
  • Kopfsprung.blog war ein Medium und ein Sprachrohr, durch welches ich mit anderen gleichgesinnten Menschen in Kontakt treten konnte.
  • Kopfsprung.blog war eine ständige Erinnerung an mich selbst, wichtigen und wertvollen Bereichen meines Lebens die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, welche sie verdienen und dem Prozess, der dahintersteckt mit der dafür notwendigen Gewissenhaftigkeit nachzugehen.

Jetzt ist die erste Grenze des Projekts erreicht. Der vorab abgesteckte Rahmen endet an dieser Stelle. Aber es ist wie bei einer längeren Wanderung. Ist der erste Berg erklommen und der bisherige Horizont erreicht, so entsteht durch die sich verändernde Perspektive sogleich eine neue Horizontlinie.
Jetzt ist es wirklich offen, wie sich dieses Vorhaben weiterentwickeln könnte, da die Grenzen dessen, was ich vorbereitet habe, erreicht sind.
Neben den kleinen Kurskorrekturen, die auch im Verlauf des ersten Jahrs bereits vollzogen wurden, sind nun auch umfassendere Neuausrichtungen denkbar und möglich.
Dazu möchte ich mir aber genügend Vorbereitungs- und Vorlaufzeit lassen, da ich mir momentan verschiedene Spielarten vorstellen kann und unterschiedliche Realisierungsvarianten weiterhin im Raum stehen. Folglich wird es vorerst zu einer Pause kommen. Die bisher veröffentlichten Podcast-Episoden und Blog-Beiträge bleiben selbstverständlich weiterhin verfügbar. Neue Inhalte werden sicherlich erscheinen und via soziale Medien angekündigt werden. Auch über die weiteren Schritte halte ich dich über die bereits erwähnten Kanäle auf dem Laufenden.

(Zwischen-)Fazit
Die Beschäftigung mit den vorgestellten Inhalten, die Recherche der entsprechenden Themen und auch das Aufbereiten, Schreiben und Präsentieren der Inhalte hat mir grosse Freude bereitet und mein Leben sehr bereichern können.
Was mich jedoch am meisten geprägt hat, ist der spannende, lehrreiche und tiefgreifende Austausch mit Euch. Daher möchte ich an dieser Stelle ein Mal mehr die Gelegenheit ergreifen und Dir für das aktive Teilnehmen und Mitgestalten von Kopfsprung.blog danken. Zum Abschluss des ersten Jahres möchte ich gerne kurz darauf zurückblicken, was wir realisiert haben, was ich persönlich daraus mitnehmen werde und woran wir in Zukunft weiterarbeiten werden.
Das haben wir geschafft:

  • Rauchstopp, Auseinandersetzung mit dem Alkoholgenuss und einer vertretbaren Ernährung
  • Minimalismus im Alltag gewinnbringend nutzen, Produktivität fassbar machen
  • Mögliche Ausdruckswege der Selbstverwirklichung skizzieren und erste Schritte darauf gehen
  • Der Versuch, Spiritualität zu erfassen und durch Meditation zu erleben

Das nehme ich mit:

  • Abhängigkeiten lassen sich überwinden. Du hast mehr Macht über Dein Handeln und Dein Leben, als du denkst.
  • Es lohnt sich, nicht nur defizitorientiert an Herausforderungen heranzugehen, sondern auch das Fördern von Ressourcen ist entscheidend.
  • Vielseitige Möglichkeiten des kreativen und sportlichen Ausdrucks existieren. Es ist an Dir, deine persönliche Form davon zu finden oder zu erschaffen.
  • Nicht nur das Greifbare hat einen grossen Einfluss auf dein Leben, sondern auch Spiritualität stellt eine reale Erlebensqualität dar, die es zu erforschen gilt.
  • Geh in verständnisvoller und warmer Art und Weise mit dir um. Dies ist dann besonders wichtig, wenn deine Ansprüche an dich hoch oder der Druck von aussen gross ist.

Daran arbeite ich weiter:

  • Ich bin weiterhin im Prozess Nicht-Raucher zu werden. Viele Prozesse brauchen mehr Zeit, als man im Vornherein annehmen würde.
  • Ich versuche weiterhin ein produktives Leben anzustreben. Allerdings hat sich mein Verständnis des Begriffs „Produktivität“ in grundlegender Art und Weise verändert. Statt das Konzept nur an quantitativen Massstäben festzumachen, habe ich damit begonnen, diesbezüglich auch weitere Aspekte in Betracht zu ziehen.
  • Ich möchte weiterhin versuchen, mich auf authentische Art und Weise auszudrücken. Dies wird weiterhin in unterschiedlichen Bereichen geschehen. Dazu wünsche ich mir die notwendige Neugierde und Begeisterungsfähigkeit.
  • Ich werde auch in Zukunft an meiner Meditations- und Tagebuchgewohnheit festhalten und so versuchen an meiner spirituellen Praxis zu arbeiten.